Alkohol, und seine Wirkungsweise auf den Körper

Posted By on 9. September 2013

Weinflasche

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Was ist Alkohol und wie entsteht er?

Alkohol, volkstümlich auch Weingeist oder Spiritus genannt, ist ein Abkömmling des Ethans, in dem ein Wasserstoffatom durch die Hydroxylgruppe OH ersetzt wurde.
Alkohol bildet eine farblose, brennbare und brennend schmeckende Flüssigkeit, der Siedepunkt liegt bei 78,3 Grad Celcius und der Schmelzpunkt bei Minus 114,5 Grad Celcius. Er dient als Lösungsmittel für Fette, Harze und ist in zahlreichen Chemikalien, sowie in Medikamenten und Parfümen enthalten.
Er wird zur Wundheilung verwendet, da er eine desinfizierende Wirkung besitzt und verhindert Fäulnis, deshalb wird er auch als Konservierungsmittel eingesetzt. Bekannt ist seine berauschende Wirkung durch alkoholische Getränke.
Die Darstellung des Alkohols erfolgt unter anderem durch Hefegärung von zuckerhaltigen Obst-, Getreide-, Kartoffel- und Zuckerrohrsäften unter Abspaltung von Kohlendioxid. Doch wird dieses Verfahren immer mehr durch die Alkoholsynthese verdrängt. Reinen, etwa 95,5 prozentigen Alkohol erhält man durch mehrfache Destillation.

Die Wirkung auf den Organismus

Von besonderer gesundheitlicher Bedeutung sind die alkoholischen Getränke, wie zum Beispiel Bier, Wein, Schnaps und dergleichen. Der Grad der Wirkung hängt vom Gehalt an Alkohol ab, der aber auch in verdünnter Lösung seine Giftwirkung beibehält und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit vermindert. Solche Getränke erzeugen zuerst angenehme Gefühle, verdrängen Hemmungen und Unlustgefühle, führen aber bei fortgesetztem Genuss zur Ermüdung und Betäubung. Sie täuschen anfangs über Müdigkeit hinweg und erzeugen infolge stärkerer Durchblutung an der Haut und im Magen ein Wärmegefühl, später stellt sich aber durch vermehrte Wärmeabgabe ein Absinken der Lebensenergie ein, dies ist oft die Ursache, warum Betrunkene erfrieren.

Alkohol im Alltag

Wegen der leistungshemmenden Wirkung ist der Alkoholgenuss nicht nur beim Sport verpönt, sondern generell bei allen Berufen, ganz im besonderen aber bei jenen, bei denen es auf schnelle Reaktionsfähigkeit ankommt. Menschen in verantwortungsvoller Tätigkeit machen sich durch Alkohol im Dienst strafbar. Da der Alkohol sehr schnell ins Blut gelangt, kann auch die kleinste eingenommene Menge durch eine einfache Blutprobe sofort nachgewiesen werden.
Männer sollen pro Tag nicht mehr als sechzig Gramm reinen Alkohols, Frauen höchstens vierzig Gramm zu sich nehmen. Am besten ist natürlich Alkoholverzicht, denn dieses Genussmittel schädigt den Körper. Die spannungslösende Wirkung entsteht durch Betäubung der Nervenzellen. Auf Dauer werden dadurch schwere Schäden verursacht, besonders Schwangere und das Ungeborene sind gefährdet.
Um die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen möglichst gering zu halten, sollte man alkoholische Getränke nicht offen herumstehen lassen und deren Genuss in Gegenwart von minderjährigen möglichst vermeiden.

Schädigungen des Körpers

Beim gewohnheitsmäßigen Genuss großer Alkoholmengen entstehen anatomische Veränderungen am Körper, so etwa fettige Entartungen des Herzens, Brüchigkeit der Blutgefäße und der Verlust ihrer Elastizität. Es kommt zu Verhärtungen und Schrumpfungen der Nieren und der Leber, Erkrankungen der Verdauungsorgane, es treten Schädigungen am Nervensystem bis hin zum Säuferwahnsinn auf. Darüber hinaus kann Alkoholmissbrauch das Krebswachstum fördern.
Der Körper verliert seine Widerstandskraft gegen Infektionen. Vor allem treten aber auch seelische Veränderungen auf, es kommt zu einer Steigerung der egoistischen Triebe, zu einer Schwächung der Willenskraft, manchmal sogar zu Gewalttätigkeiten und Verbrechen.
Für die Familie folgt oft ein finanzielles Elend sowie ein Zurückbleiben der Kinder in der körperlichen und der geistigen Entwicklung, verbunden mit der Neigung zu verschiedenen Nervenerkrankungen.

Nikotin und seine Wirkungen für den Körper

Posted By on 8. September 2013

Nikotin

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Nikotin ist ein Bestandteil der Tabakpflanze und wurde nach dem französischen Diplomat Jean Nicot benannt, der die Tabakpflanze im 17. Jahrhundert nach Frankreich importierte und aufgrund seiner Heilwirkung untersuchte. Die Substanz zählt zu den Alkaloiden und hat Wirkungen wie ein Toxin.

Aufbau

Die Summenformel von Nikotin lautet C10H14N2, weshalb die Substanz auch die Bezeichnung L-3-Pyridyl-N-methylpyrrolidin trägt und somit zu den sogenannten organischen Verbindungen zählt. In Wasser reagiert die Verbindung alkalisch, bildet also OH-Ionen. Eigentlich wird die Substanz in den Wurzeln der Tabakpflanze produziert und dann in die Blätter transportiert. Es dient als ein natürliches Mittel zur Abwehr von Fressfeinden. Insekten können bereits bei einem geringen Anteil an Nikotin in ihrem Verdauungstrakt sterben, während größere Pflanzenfresser beim Verzehr der Blätter lediglich von dem ascheartigen Geschmack abgeschreckt werden und sich eventuell eine Magenverstimmung bei größerem Verzehr zuziehen.

Wirkungen beim Menschen

Nikotin zählt zu den Neurotoxinen, also zu Nervengiften, weil die Substanz sich auf die Gehirnfunktionen auswirkt. Nach dem Rauchen wird das Nikotin von den Lungen über den Blutkreislauf in das Gehirn transportiert und dockt dort an die sogenannten nikotinischen Acetylcholinrezeptoren an. Dadurch kommt es zur erhöhten Ausschüttung von Adrenalin, Dopamin und Serotonin, was anregend auf den Körper wirkt. Der Herzschlag erhöht sich und der Blutdruck steigt an. Gleichzeitig kann es zu leichtem Schwitzen kommen. Bei häufigerem Tabakkonsum kann es aber auch zum gegenteiligen Effekt kommen. Das Rauchen beruhigt und kann auch den Herzschlag geringfügig für kurze Zeit verringern. Allerdings hat Nikotin auch Effekte auf die Psyche, da es bei häufigerem Rauchen die Ausschüttung von Endorphinen steigert, was für bessere Laune beim Menschen wirkt. Außerdem steigert die mentale Aufnahmefähigkeit, sodass man kurzzeitig eine bessere Aufmerksamkeit und bessere Gedächtnisleistungen bemerken kann. Allerdings hat Nikotin auch einige negative Effekte. Unter anderem hemmt es das Hungergefühl, weil es die Ganglien des vegetativen Nervensystems blockiert. Außerdem stellen sich – auch wegen seiner positiven Effekte auf die Psyche – schnell Gewöhnungseffekte beim Menschen auf das Nikotin ein. Darum wirken Raucher, die längere Zeit keine Zigarette rauchen, auch leicht gereizt, nervös und unkonzentriert. Sie entwickeln ein Suchtverhalten, das nur durch den Konsum von Tabak vorübergehend gestillt werden kann.

Sonstige Wirkungen

Es beschäftigen viele Studien mit weiteren möglichen Auswirkungen von Nikotin auf den Körper. Unter anderem untersuchen Forscher, inwiefern die Verbindung die Bildung von Krebs fördert. Aktuell beschäftigen sich Forscher aber eher damit, ob Nikotinpräparate bei Gehirnstörungen helfen können. Zum Beispiel wird die Wirkung vom Rauchen bei Alzheimer-Patienten untersucht. In der Theorie kann der Konsum von Nikotin nicht nur den vorzeitigen Abbau von Synapsen verringern, sondern durch seine positiven Wirkungen auf das Gehirn auch möglicherweise zu besseren mentalen Leistungen bei Menschen mit Alzheimer führen. Weil die Substanz aber auch beruhigende Effekte hat, konnte sie bereits in einzelnen Fällen erfolgreich bei Parkinson-Patienten eingesetzt werden, um das unkontrollierte Zittern der einzelnen Gliedmaße zu verringern.